Während des Studiums schreibt er am 22. Juni 1857:
„Ich bin von Morgens 5 Uhr bis Abends 10 Uhr anstrengend beschäftigt. Die wenigen freien Stunden , die noch übrig waren, habe ich jetzt mit systematischer Erlernung der Titrir-Analyse und französischer Conversation ausgefüllt,“ (A27)
Er lernt französisch, um anschließend gemeinsam mit seinem Bruder Rudolf im Herbst 1857 durch Deutschland, die Schweiz und Frankreich zu reisen.
Es zieht ihn wie viele deutsche Wissenschaftler im 19. Jahrhundert - u.a. Humboldt und Liebig – zum Studium nach Paris :
„Wenn ich je in meinem Leben einen gescheiten Streich gemacht habe“ sagt er wiederholt „so war es der, daß ich einen Winter in Paris studierte“. (A27)
Die später wichtigen Kontakte zu allen bedeutenden Chemikern – besonders zu den Pariser Liebig-Schülern Boussignault und George Ville - stammen aus dieser Zeit.
Im Mai des Jahres 1858 verlassen die Brüder Rudolf und Hermann Grüneberg Paris. Zunächst reisen sie nach Südfrankreich, über Lille nach Dünkirchen und weiter zu einem mehrwöchigen Aufenthalt nach London. Es folgt eine Rundreise durch ganz England und Schottland.
Auf allen Reisen, deren Zweck im Wesentlichen Besichtigungen von Industrie-Anlagen und Erkundung dortiger technischer Arbeitsweisen ist, benutzt Hermann Grüneberg kleine Taschenbücher für Notizen. Sie enthalten eng geschriebene sorgfältige Ausarbeitungen und genau ausgeführte technische Zeichnungen sowie vergleichende Berechnungen. |